Wer kommt eigentlich auf die Schnapsidee, seine Songs konsequent und ohne jeden Bezug nach FußballspielerInnen zu benennen? Oder bunt Leute als Bandmitglieder aufzunehmen, weil sie grade Lust haben, auf einer Bühne zu stehen – auch wenn sie grade nur ein kleines Percussion-Sandei schütteln oder mit einem Bügeleisen auf eine Trommel hauen?

Dieser Haufen nicht erwachsen werden Wollender hat sich den Namen DESTROY, MUNICH zugelegt. Nunja, der Bandname mag seltsam sein. Im Flieger wurde ich beim Tragen des Band-T-Shirts schon zum Terroristen abgestempelt (von Münchner Sitznachbarn), bis ich auf den entscheidenden Faktor Beistrich hingewiesen habe. Aber ich bin mir sicher, die haben sich den Bandnamen gemerkt. Also.

Die Band ist ein sprichwörtliches Kollektiv, so, wie es in den letzten Jahren modern geworden ist, nur mit ungleich mehr Ausuferungen und Rufzeichen. Eine Kommune im musikalischen Kleinorchesterformat – wieviele gerade mitspielen, weiß man nie so genau. Aus den Wurzeln der DIY-Szene rund um den diesbezüglich hochaktiven Alten Schlachthof in Hollabrunn entwachsen und gewachsen, hat sie vor allem unfassbar viel Spaß dabei unfassbar schöne Melodien zu schreiben - und doch die liebenswerten Chaostruppe zu bleiben, die sie nunmal ist.

Dem offenen Prinzip folgend, ließen sich eine Reihe szeneprominenter Gäste von der Unbeschwertheit des Musizierens anstecken und sind Teil dieses Debütalbums geworden: Wolfgang Möstl (Killed By 9V Batteries) hat das Album aufgenommen und bei „Stöger“ seinen Teil beigetragen, Anna Kohlweis aka Paper Bird bei „Løkin“, Landscape Izuma ist in diversen Chören zu hören und mit Christian Hölzel (Francis International Airport) ist ein weiterer langjähriger Wegbegleiter an Bord.

Zum Kern der Gruppe gehört für eine Popkapelle eher ungewöhnliches Instrumentarium wie ein Glockenspiel, ein Cello oder eine Geige (gespielt von Matthias Frey aka Sweet Sweet Moon), die den Verzauberungsfaktor multipliziert. Dazu gibt es Chöre, die einfach nur das Herz aus der Seele brüllen.

DESTROY, MUNICH lassen punktgenau jenen Faktor kindliche Freude heraus, der noch in jedem von uns steckt. Sie haben im Gegensatz zu uns aber die Portion Mut und Wahnsinn, sich das auch zu trauen. Jetzt könnte man bei Menschen, die gerade mal die 20 überschritten haben einwenden: Die SIND ja noch Kinder. Eh, aber: Und? Kinder, die ihre Arcade Fires, Beiruts und Broken Social Scenes und andere Indie-Helden des nordamerikanischen Kontinents aufgesogen haben wie ein Schwamm, dürfen das meinetwegen gerne trotzdem.

Sänger und Texter Gabriel Nachbagauer ist der prädestinierte Mastermind dieses Haufens. Eigentümlich im Einsatz der Sprache und des Gesangs, immer ein klein wenig zerstreut wirkend und vielleicht genau deshalb gesegnet mit Gespür und Talent für Songs wie das Christkind mit Geschenkpapier. Wem etwa bei „Pellegrini“ nicht das Herz aufgeht, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Man muss diese Band lieben. Es kann mir ja auch keiner erzählen, dass er/sie keinen Kuchen mag. Diese Platte ist eine Herzensangelegenheit. Sie zu veröffentlichen, stellt das unbedingte Bedürfnis dar, sie mit der Welt zu teilen.

 

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